HISTORISCHES zum SV FELDBACH
Das Kriegsgefangenenlager Feldbach im 1.Weltkrieg war für die Gründung des Sportvereins von großer Bedeutung. Mit Kriegsende 1918 blieb ein Teil des Kaderpersonals zur Lagerauflösung in Feldbach und einige Offiziere im Verbund mit Feldbachern gründeten 1919 die Feldbacher Sportvereinigung (FSV). Der erste Sportplatz wurde vom Besitzer des Schlosses Kornberg Graf Bardeau in der Nähe der heutigen Niederlsiedlung den Sportlern zur Verfügung gestellt.

Die damalige Mannschaft bestand aus einem bunt zusammengewürfelten Haufen junger Männer, die vereinzelt auch schon Fußball gespielt hatten. Die Spiele beschränkten sich ausschließlich auf Freundschaftsspiele, da es zu dieser Zeit noch keinen Meisterschaftsbetrieb gab.
Dies tat der Begeisterung keinen Abbruch und interessierte so viele Jugendliche, dass bereits 1927 die erste Jugendmannschaft gegründet wurde. Der Einstieg in den Meisterschaftsbetrieb erfolgte 1930 in Form einer oststeirischen Meisterschaft mit den Mannschaften aus Gleisdorf, Weiz, Fürstenfeld und Feldbach, sowie den südburgenländischen Vereinen aus Jennersdorf und Güssing. Obwohl sich die Feldbacher im Mittelfeld etablierten, kam es zu organisatorischen Problemen und der Sportverein sah sich gezwungen, sich um einen neuen Sportplatz umzusehen, da der gewohnte Platz nicht mehr zur Verfügung stand.

Ab dem Jahre 1932 wurde auf der "Jahnwiese", direkt neben dem damaligen Firmengelände der Maschinenfabrik Krobath gekickt. Da auch die Turner des TUS Feldbach dieses Areal beanspruchten, kam es zu etlichen terminlichen Schwierigkeiten mit diversen Turnertreffen und Gauturnfesten. Die Sportplatzkrise konnte erst 1936 mit dem Ankauf des Grundstückes nahe der Clementmühle (jetziger Standort des Stadions) bereinigt werden. Mit vereinten Kräften von Spielern, Funktionären und Gemeindearbeitern konnte ein Fußballfeld errichtet werden. Auf dieser Anlage wurde der Meisterschaftsbetrieb, der 1938 von den Nationalsozialisten verboten wurde, fortgesetzt.

Mit Ende des 2.Weltkrieges wurde in Feldbach wieder an die Organisation eines Vereinslebens gedacht. Der SV Feldbach formierte sich neuerlich im Jahre 1946 und bestritt Spiele gegen englische Militärauswahlen. Im selben Jahr erfolgte der Meisterschaftsstart in der Kreisliga Süd ( niedrigste Klasse der Steiermark), wobei der SV in den folgenden Jahren zweimal den Aufstieg in die nächst höhere Klasse (2.Klasse) versäumte.
Erst in der Saison 1948/49 gelang der ersehnte Aufstieg in die 2.Klasse Südost. Ab 1954 spielte der SV in der 1.Klasse mit unterschiedlichem Erfolg. Im Jahre 1956 wurde in Feldbach ein zweiter Fußballklub, der TUS Feldbach - gestützt von Feldbacher Geschäftsleuten - gegründet. So kam es erstmals zu einem Stadtderby, welches überraschenderweise der Neuling TUS mit 3:2 für sich entscheiden konnte, wobei der damals für Feldbach dominante SV äußerst überheblich agierte. Der Fußballsport hatte in Feldbach (1959/60) durch die beiden Vereine einen Höhepunkt erreicht.

1961 errang der SV den Meistertitel und stieg somit in die Unterliga auf, von der man sich aber bedauerlicherweise in der gleichen Saison schon wieder verabschieden mußte. Die Rivalität beider Feldbacher Vereine stieg von Jahr zu Jahr, wobei man von einem ausgewogenen Kräfteverhältnis sprechen konnte.

1964 war beim SV wiederum Hochstimmung angesagt, da der Verein neuerlich in die Unterliga aufstieg, der TUS aber gleichzeitig in die 1.Klasse absteigen mußte. Da der SV 1966 ebenfalls abstieg, kam es nun zu den Derbies in der 1.Klasse, welche der SV immer häufiger für sich entschied. 1967 folgte der wiederholte Aufstieg in die Unterliga für den SV. Im Jahre 1971 schluckte der SV in Form einer Fusion den Rivalen TUS und hatte mit der Pelzfabrik Merino den ersten Hauptsponsor, welches sich finanziell äußerst positiv auswirkte.
1972 wurde das neue und jetzige Stadion eröffnet und diese Saison gipfelte mit dem Aufstieg in die Steir.Landesliga (damals dritthöchste Liga Österreichs).
Feldbach etablierte sich unter dem Feldbacher Urgestein Franz Mandl als Trainer in der starken Liga, wobei man 1974/75 sogar den Vizemeistertitel erringen konnte.

Zahlreiche Spielerpersönlichkeiten wie Walter Saria, Toni Haas, Erich Schneider, Leo Weiß, Peter Gölles, Sepp Resnik, Peter Resnik, Klaus Scheucher,Franz Kropf, Walter Hörmann, Josef Stocker fanden von Feldbach aus den Weg zu Sturm Graz oder dem GAK - so gesehen eine komplette Bundesligamannschaft.
Bis 1985 mischte man ordentlich in dieser starken Liga mit, danach mußte der SV Raika Feldbach, benannt nach dem Hauptsponsor, bedingt durch viele Spielerverkäufe in die Unterliga absteigen. Ab 1989 war man unter Trainer Robert Pflug wieder in der Landesliga vertreten und zählte zu jenen vier steirischen Vereinen, welche die meisten Jugendmannschaften aufweisen konnten.1800 Zuseher waren zu dieser Zeit bei den Feldbacher Heimspielen keine Seltenheit und die Trauben hingen für die Gastmannschaften sehr hoch.
Durch die Umorganisation des steirischen Fußballverbandes mußte der SV Feldbach 1999 als fünftletzter Verein der Landesliga absteigen und spielt seit diesem Zeitpunkt unter der Patronanz des Sparkassa mit unterschiedlichem Erfolg in der Oberliga Südost.
